Es war ein normaler Kindergeburtstag, irgendwann in den 80er Jahren. Wir Mädchen tobten im Haus herum, stopften uns mit Süßigkeiten voll und Evas Mutter hatte schon die Tütchen fertig, die das Ende eines jeden Geburtstags einläuteten und in denen noch mehr Süßigkeiten waren. Auf einmal kam Evas große Schwester Angeliki mit einer Videokassette an und faselte irgendetwas vom „total abgefahren" und „eigentlich verboten". Sie hatte Michael Jacksons Video zu „Thriller" von irgendjemanden ausgeliehen. Evas Eltern hatten einen Videorekorder, meine Eltern wussten zu diesem Zeitpunkt gar nicht, dass es so etwas gibt. Wir hockten zu acht im Schneidersitz vor dem Fernseher und Angeliki übersetzte uns, was Michael Jackson da zu seiner Freundin sagte, während sie nach einem abgebrochenen Kinobesuch nach Hause gehen. Wir hörten schlagartig auf, herumzualbern, als sich die Särge im Video öffneten und unglaublich viele Zombies Michael und seine Freundin umzingelten. Und als Michael Jackson dann auch auf einmal ganz weiße Augen hatte und so einen seltsamen Blick, seine Freundin verfolgt, oh Gott! Das Schlimmste war aber der Heimweg. Ich musste am Friedhof vorbei, was auch vor „Thriller" immer schon mit einem bedrückenden Gefühl verbunden war. Aber jetzt wurde der Weg zum Albtraum.
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